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Vom Mit-Arbeiter zum Mit-Unternehmer

Marl. In Amerika träumt man „Vom Tellerwäscher zum Millionär“. In Marl denkt man einige Schritte kürzer, aber immerhin „Vom Mit-Arbeiter zum Mit-Unternehmer“. Ein Schritt, den Roland Wübbe mit der von ihm geleiteten „H & W Tiefbau GmbH & Co. KG“ macht, die von Sinsen aus arbeitet. Am Freitagabend wurden die Unterschriften unter das neue Modell gesetzt und Bürgermeister Werner Arndt gratulierte.Das 2003 gegründete Unternehmen agiert mit 60 Mitarbeitern überwiegend in Kanalbau, Erschließung und Straßenbau. Hauptkunde ist Gelsenwasser.„Das Thema einer Beteiligung der Arbeitnehmer am Produktivvermögen ist ja schon lange in der öffentlichen Diskussion“, erklärt Roland Wübbe. Doch es gebe nur wenige überzeugende Ansätze. Deshalb hat man jetzt selber ein „innovatives Mitarbeitermotivationskonzept“ aufgesetzt, wie es der Geschäftspartner Heitkamp & Hülscher aus Stadtlohn bereits vormacht.Anteil 2500 EURDie Grundzüge die Idee: Es wird ein neues Unternehmen gegründet, die „H&W TeamPower GmbH & Co.KG“. Hieran können sich die Mitarbeiter je mit 2500 Euro beteiligen. Das ist die eine Hälfte, die zweite Hälfte teilen sich Uta Wübbe und die „Heitkamp & Hülscher GmbH & Co. KG“. Mit dem Geld werden Maschinen gekauft und an die „H&W Tiefbau GmbH & Co. KG“ vermietet.Sollte die Bau-Gesellschaft in Schwierigkeiten geraten, dann könnte „TeamPower“ die Maschinen anderweitig vermieten. Um die Idee ist ein entsprechendes juristisches Gerüst gebaut.Und wer hat was davon? Roland Wübbe: „Wir versprechen hohe Einsatzbereitschaft und Engagement der Mitarbeiter. Das kommt allen zu Gute.“Die Mitarbeiter wissen von ihren Kollegen von „Heitkamp & Hülscher“, dass sich die Konstruktion lohnt: Die Einnahmen aus ihrem „Unternehmertum“ sind nicht sozialversicherungspflichtig. Beispiel: Würde eine Prämie von 1000 Euro bezahlt, so kostet das das Unternehmen 1400 Euro, der Empfänger bekommt aber nur 600 Euro. Bei „TeamPower“ fallen nur die Steuern an.Kein Wunder, dass am Freitagnachmittag bei den Vertragsunterzeichnungen im Feierabendhaus Sekt gereicht wurde.

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