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Marl, die Stadt der Zuwanderer

Marl. Woher kommt eigentlich die Kultur, die die Kulturhauptstadt Ruhr in diesem Jahr präsentieren kann? In Marl gibt es eine Antwort darauf: „Im Vest angekommen!?“ heißt die Überschrift über einer Ausstellung in der Fördermaschinenhalle von AV 1/2 (Victoriastraße) vom 22. Mai bis zum 6. Juni.

Alle Aspekte können nicht gezeigt werden, die VHS hat sich auf vier Aspekte beschränkt. „Jüdische Einwanderer im Vest Recklinghausen im 20. Jahrhundert“ heißt der Part, den Thomas Ridder, Leiter des Jüdischen Museums in Dorsten) übernommen hat. „Rückkehr im Gepäck“ ist eine Fotostrecke und Interviews mit drei Generationen türkischer Migranten im Vest überschrieben, um die sich Nevin Toy-Unkel (Fotografin) gekümmert hat. Für „Industrie und Zuwanderung in Marl am Beispiel des Chemieparks Marl“ hat Ulrich Berendes (Leiter des Konzernarchivs Evonik am Standort Marl) in die Vergangenheit geblickt. „Ost-West-Begegnung in Krieg und Frieden“ heißt eine Zusammenstellung, der Herbert Somplatzki (Bergarbeiter, Sportlehrer, Literat) bereits zum Thema masurische Zuwanderer erarbeitet hat.

Eröffnung ist am 23. Mai unter anderem mit dem Auflass des gelben Schachtzeichen-Ballons unter musikalischer Begleitung der Bergkapelle Auguste Victoria. Die Historikerin Angelika Müller hält einen Vortrag „Sie kamen für Brot und Arbeit und brachten ein Stück Heimat mit. Zuwanderung im Vest am Beispiel von Marie Olschewski und Familie“.

Teil der Veranstaltung ist auch ein kulinarischer Aspekt. Die Initiative „Hüls zieht an“ lädt zu einem „Pott-Püree & Pott-Pourri – Auf«m Pütt zu Gast“ am 29. Mai (19 Uhr) in die Fördermaschinenhalle ein. Es gibt Essen aus der jüdischen und der türkischen Küche, aus Polen und der „neuen Heimat“. Dazu gibt es musikalische Darbietungen aus den Herkunftsländern.

Bürgermeister Werner Arndt nahm die Vorstellung des Programmes zum Anlass, ein Museum für die Migrationsgeschichte des Ruhrgebietes anzuregen. Was in Marl gezeigt werde, könne die Basis bilden. Noch gebe es keine Aufarbeitung, es könnte aber eine Aufgabe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) sein, der sich schon so erfolgreich um das Römer-Thema in der Region gekümmert hat. Die Marler Organisatoren waren von der Idee sehr angetan.

Karten für den kulinarischen Abend gibt es für 12 Euro im Anmeldebüro der Insel-VHS (02365 / 994399), im Reisebüro Tudyka (Lipper Weg 5, 02365 / 924161) und im Jüdischen Museum Dorsten (02362 / 45279).

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