
Vest. Klar, dass der Spitzenkoch nicht persönlich mitfährt, wenn im April in den mehr als 250 Bordrestaurants der Bahn die von ihm kreierten Gerichte aufgetischt werden. Aber der Dorstener Björn Freitag vertritt mit seiner Küche auch eine gastronomische Region, die gerade begonnen hat, die Qualitäten einer „europäischen Kulturhauptstadt“ aufzutischen.
„Die Gäste des ,Goldenen Ankers» und seine TV-Fangemeinde wissen es schon lange: Björn Freitag überzeugt mit Qualität und ungewöhnlichen kulinarischen Ideen“, lobte Robert Etmans (Vorstand Personal und Bordservice der DB Fernverkehr AG) in dieser Woche in Dorsten. „Freitag ist ein gutes Beispiel für den aktuell stattfindenden Wandel vom alten Ruhrgebiet zur neuen Metropole Ruhr und unser kulinarischer Botschafter für diese Region.“
Was der Sterne-Koch (bereits seit neun Jahren so ausgezeichnet) den Gästen in seinem Restaurant präsentierte, spielte schon in einer anderen Ebene als das, was aus der Zug-Bordküche kommt. Im März gab es dort übrigens Gerichte des Hamburger TV-Kochs Christian Rach, im Mai folgt auf den Dorstener Freitag die Berlinerin Sarah Wiener. Also beste Umgebung.
Dabei war das Ziel des Dorsteners nicht in erster Linie die Küche sondern das Hotelgewerbe. Doch dann stieg er in den Familienbetrieb ein (seine Großmutter führte das Haus am Lippetor bereits), seit 13 Jahren ist er Chef des „Goldenen Ankers“. Der Traditions-Name verweist darauf, dass die Gastronomie ganz in der Nähe der Lippe liegt und hier ein wichtiger Ankerplatz war.
Aus der früheren Gastwirtschaft wurde mittlerweile ein Gourmet-Tempel, aus dem Koch ein TV-Entertainer, ein Koch-Pädagoge, ein Lebensmittel-Berater.
Im WDR machte er die Sendung „Kochmuffel“, Mitte Juni kommt eine neue Sendung (deren Namen er noch nicht verraten darf) in der es aber darum geht, Lebensmittel kritisch zu hinterfragen und Irrtümer aufzuklären.
Sein Arbeitsplatz ist auch der Herd, ansonsten aber die ganze Welt. Er kennt Künstler, ist bei der Audi-Vorstellung in Miami dabei und arbeitet in Fernseh-Studios.
Und jetzt für die Bahn. Die verbindet ihr Jahres-Konzept „TV-Köche tischen auf“ mit einer sozialen Komponente und zweigt 50 Cent von jedem Gericht für das Projekt „Spitzenköche für Afrika“ ab, mit der das Ziel verfolgt wird, Schulen in Äthiopien zu bauen. 250.000 Euro sollen in diesem Jahr zusammenkommen, die ersten Monate bestätigen die Erwartung, so die Bahn ( HYPERLINK “www.skfa.de“ http://www.skfa.de).
Übrigens hat der Sternekoch auch ein Lieblingsgericht: Rinderrouladen.

