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„Ich wünsche mir Geduld bei der Bürgerschaft“

Recklinghausen (mc). Düster und heiter – so könnte man die Stimmung beschreiben, die Bürgermeister Wolfgang Pantförder verbreitet, wenn er über das vergangene und das vor ihm liegende Jahr spricht. „Das was uns zutiefst unruhig gemacht hat war, dass in der Finanzkrise Einnahmen in nicht gekannter Höhe wegbrechen und gleichzeitig Aufwendungen steigen. Die durch den Bund auferlegten Mehraufwendungen im Sozialbereich werden unsere Defizite eklatant erhöhen.“ Hier wünscht sich das Stadtoberhaupt einen gerechteren Ausgleich zwischen aufgebürdeten Verpflichtungen und der entsprechenden finanziellen Belastung.

„Was auch in 2009 großartig gelaufen ist: Wir haben kräftig in den Straßenbau, die Kanalisation und in Schulen investiert.“ Ebenso sei gut gelaufen die Planungsvorbereitung für die Südstadt. „Der Neumarkt ist auf einen guten Weg und wird in diesem Jahr in Angriff genommen“, versichert Pantförder. Ebenso zufrieden zeigte er sich mit den Veranstaltungen Ruhrfestspiele und „Recklinghausen leuchtet.“ „Das hat 50.000 Besucher in unsere Stadt geholt und wird in jedem Fall beibehalten.“ Hocherfreut zeigte sich der Verwaltungschef, dass es gelungen ist, wieder eine aREna zur Fußball-Weltmeisterschaft auf den Rathausplatz zu installieren. „Hier sind zurzeit Überlegungen im Gange, das Wallringfest mit dem Radrennen zu integrieren.“ Sollte dies nicht gelingen, werde das Wallringfest eben im nächsten Jahr wiederholt.

Wichtige Projekte sind für Wolfgang Pantförder die Arcaden, die Altstadtentwicklung und die geplanten Toilettenanlagen. Was die Arcaden angeht, steht in den nächsten zwei Wochen ein Gipfeltreffen mit dem Gelsenkirchener Oberbürgermeister Frank Baranowski an. „Ich bin zuversichtlich, dass es eine gütliche Einigung geben wird.“ Beide Seiten haben im Vorfeld betont, dass man aufeinander zugehen werde.

Beim Thema Sparen wird das Stadtoberhaupt ernst. „Klar ist, wir müssen sparen. Ende März kommt noch ein weiteres Gutachten von der Gemeindeprüfungsanstalt. Wir erhoffen uns sogar Verbesserungen davon. Die Sparberater haben uns schon gezeigt, wie wir den Dienstbetrieb optimieren, ohne dass hier der Bürger leiden muss.“ Im Juni soll mit dem Haushaltsbeschluss das Sparpaket geschnürt sein.

Ein weiteres Thema ist Abwanderung. „Wir hatten zum 31. Dezember 120.604 Einwohner. Ich glaube nicht, dass wir in diesem Jahr die 120.000-Einwohner-Marke werden halten können.” Düster sieht seine Prognose aus: „Ich befürchte, wir rutschen unter die 100.00-Grenze.“

Für die Zukunft wünscht sich Pantförder mehr ehrenamtliches Engagement durch die Bürgerschaft und mehr Geduld. „Ich bekomme jetzt zahlreiche Anrufe, warum die Schlaglöcher noch nicht beseitigt sind.“ Die Straßen seien noch feucht und unterkühlt. Alles, was jetzt geflickt werde, flöge uns am nächsten Tag um die Ohren. Doch eins ist ihm schon klar: „Der Winter wird sehr teuer. Da müssen dann eben Straßen warten, die wir eigentlich im Blick hatten.“

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