Dorsten. Die Kulturszene ist aufgeschreckt: Die leeren Kassen der Stadt bedrohen zwei Einrichtungen, die Musikschule und die Bücherei-Filiale in Barkenberg. Mit Unterschriftenlisten protestieren Eltern.
Die möglichen Schließungen fallen nicht vom Himmel. Bürgermeister Lambert Lütkenhorst hatte schon im Sommer auf die Probleme der Musikschule hingewiesen. Kürzlich nannte er auch die Bücherei in der Gesamtschule als Kostenfaktor, der zur Disposition stehe.
Dorsten ist massiv in Erklärungsnot geraten, nachdem die Gemeindeprüfungsanstalt in die Bücher guckt. Die hatte mit ihrer Analyse schon in Haltern für Schrecken gesorgt. In Marl verzögert sich die Vorlage des Haushaltes, weil die externen Prüfer noch im Hause sind.
Auch in Dorsten werden sich harte Einschnitte nicht vermeiden lassen, wenn auf diese Weise Geld gespart werden kann.
In Barkenberg haben sich mehrere Familien überlegt, wie ihre Bücherei zu retten ist. Am Dienstag ab es als symbolischen Akt eine „Mauer“ um die Bücherei. Außerdem wollen sie einen Förderverein gründen, um die Schließung zu verhindern.
Der Förderverein alleine reicht nicht. Die Musikschule hat eine. 800 Unterschriften (eingesammelt in vier Wochen) für den Erhalt übergaben Marion Trotzer und Marita Dopatke dem Bürgermeister.
Der erklärte, ihm liege die Musikschule am Herzen. Gleichzeitig müsse man sich überlegen, welche Versorgung man in der Stadt sicherstellen muss – und wie sie finanziert werden soll.
In der Nachbarstadt Marl – finanziell auch nicht besser gestellt – gab es gerade erst einen weiteren 2-Millionen-Euro-Zuschuss für das Musikschule-Gebäude. Und die Bücherei erlaubt sich eine Außenstelle speziell für Kinder und Jugendliche. Die wird aber ganz wesentlich von Spenden finanziert.

