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Ruhrfestspiele geben einen Vorgeschmack auf 2011

Vest. Die 64. Ruhrfestspiele warten mit einem echten Kracher auf. Unter dem Motto „Kontinent Kleist im romantischen Meer“ wird die größte Kleist-Werkschau geboten, die die Theaterwelt je gesehen hat. Selbst die Ruhrfestspiel-Ausstellung „Das unsichtbare Theater des Herrn von Kleist“ in der Kunsthalle wird durch das Kleist-Museum Frankfurt/Oder gestaltet. „Ein gutes Omen für das Kleist-Jahr 2011“, findet Kustodin Anette Handke.

Festspiel-Chef Dr. Fank Hoffmann setzt im Kulturhauptstadt-Jahr auf Klasse. Das „Who is who“ der deutschen Schauspiel-Szene wird sich in diesem Jahr auf dem grünen Hügel die Klinke in die Hand geben. Peter Fitz, Dieter Hildebrandt, Hanna Schygulla, Ottfried Fischer, Eva Matthes, Matthieu Carrière, Heinz Bennent und viele mehr brennen ein Feuerwerk hoher Theater-Kunst ab. „Für mich sind die Ruhrfestspiele die Urzelle der Kulturhauptstadt und der Stützpfeiler unseres gesamten Programms“, freute sich Ruhr.2010 Chef Professor Fritz Pleitgen bei der Vorstellung des Programms.Wie immer beginnen die Festspiele mit dem großen Volksfest am 1. Mai auf dem grünen Hügel. Die Eröffnungs-Premiere gestaltet Hoffmann diesmal wieder selbst. Mit „Robert Guiskard“ bringt er ein Stück auf die Bretter des Großen Hauses, das Kleist einst, von Selbstzweifeln geplagt, mehrmals verbrannt hatte. Es handelt sich um ein Fragment, das um Fragen des Feldherrn Guiskard kreist: „Kämpfen, Sterben oder sich untätig seinem Schicksal ergeben.“

Im Großen Haus kommen fast alle großen Dramen des deutschen Dichters auf die Bühne. „Der zerbrochene Krug“, „Das Käthchen von Heilbronn“, „Der Prinz von Homburg“ – alles dabei. Selbst das Wagnis „Die Hermannschlacht“ aufzuführen, wird nicht gescheut.

Auch die Uraufführungen beschäftigen sich mit Kleist. Erstmals wird in der Festspielstadt ein Stück des aktuellen Kleist-Förderpreisträgers Oliver Bukowski zu sehen sein mit dem bizarren Titel „Wenn ihr euch totschlagt, ist es ein Versehen“. Auch eine Uraufführung wird „Das wollt ihr nicht wirklich“ von Bettina Erasmy sein.

Nicht vergessen werden darf, dass auch Hollywood in diesem Jahr wieder vertreten ist. Mit John Malkovich kommt das Böse auf die Bühnenbretter. Mit Musik spürt er den Untiefen in der Seele des Serienmörders Jack Unterweger nach. Zwei Sopranistinnen begleiten ihn auf dieser Reise ebenso ein Barockorchester mit Stücken von Vivaldi, Gluck, Beethoven, Mozart und Weber.

Kabarett (Konrad Beikircher, Gerburg Jahnke, Wolfgang Schmickler und viele mehr) und die beliebte Lesereihe (Otto Sander, Golden-Globe-Preisträger Burghart Klaußner, Christian Brückner, Heinz Bennent)runden das Programm ab.

Fehlen darf natürlich auch nicht das Fringe-Festival. Vom 26. Mai bis zum 11. Juni zeigt die internationale Off-Szene, was sie Schräges zu bieten hat.

Die Spielstätten werden in diesem Jahr neben dem Theater Marl das Theaterzelt im Stadtgarten, das Fringe-Zelt auf dem Schulhof Petrinum auch das Schloss Herten sein.

Ein weiterer Höhepunkt schließt am 12. Juni mit einem wahren Feuerwerk der Musik die Festspiele. Zu ihrem einzigen Konzert in Nordrhein-Westfalen machen sich die Scorpions auf den Weg in die Vest-Metropole.

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