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Römer machen Haltern zur Dauerbaustelle

Haltern. Haltern hat beste Aussichten, eine Dauerbaustelle zu bekommen – und freut sich sogar schon darauf! Die „Römerbaustelle Haltern“ soll hinter dem Museum entstehen und jährlich Hunderttausende von Besuchern in die Stadt spülen. Das millionenschwere Spektakel könnte bereits in diesem Jahr starten. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will fast 2,6 Millionen Euro beisteuern, die Stadt Haltern ein Teil der nötigen Grundstücke, das Land will 60 Prozent der Kosten übernehmen.

Als erstes sollen das bereits archäologisch ausgegrabene Westtor des Hauptlagers sowie Teile der anschließenden Umwehrung rekonstruiert werde. Außerdem wird der doppelte Spitzgraben wieder angelegt. Das 10.000 qm Gelände (an der Straße Zum Silverberg gelegen) kann man über einen neuen Fußweg westlich des Museums erreichen.

Doch das sind nur die Vorbereitungen für den zweiten Bauabschnitt, die „Römerbaustelle“ auf fast vier Hektar. Begleitet von einem wissenschaftlichen Beirat soll das Gelände rekonstruiert werden: Voraussichtlich zwei römische Gebäude, eine Kaserne für Legionäre und ein Wohngebäude für höhere Offiziere. Auch Stücke der durch das Militärlager führenden Straßen (Via Principalis und Via Sagularis) könnten nachgebaut werden.

Neben Facharbeitern sollen Besucher zur Mitarbeit bewegt werden, eine Jugendbauhütte ist angedacht, ein Töpfereibezirk an der Weseler Straße (vor dem Museum) ist angedacht. „Ein deutschlandweit einmalige kulturelles Projekt“, jubelt der LWL bereits.

Vorsichtshalber war schon vor 13 Jahren das Gelände unter Denkmalschutz gestellt worden, Vor zwei Jahren schlug ein erster Finanzierungsversuch mit EU-Mitteln fehl. Mittlerweile steht das Projekt im Stadterneuerungsprogramm 2009 des Landes.

Die „Römerbaustelle“ ist ein entscheidender Beitrag für die Zukunft des Römermuseums. Denn es steht in Konkurrenz zu den Parks in Xanten und Kalkriese. Letzterer zieht jährlich 100.000 Besucher an, Xanten gar 400.000. Haltern liegt lediglich bei 35.000 bis 40.000. Nur die Sonderausstellung Herculaneum (2005) zog 130.000 Besucher an, das Varusjahr sogar 155.000. Künftig soll der wichtigste Militärkomplex der Römer östlich des Rheins die Besucher anziehen.

Mindestens sechs Jahre lang soll daran gebaut werden, die ganze Zeit über ist das Gelände für Besucher zugänglich, das Museum bekommt dafür auch mehr Personal.

Die gute Idee könnte allerdings noch am Geld scheitern. Der erste Abschnitt kostet 1,2 Millionen Euro, 733.000 sollen vom Land kommen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Josef Hovenjürgen ist zuversichtlich, er sei sich Landesbauminister Lutz Lienenkämper einig, dass es schon 2010 losgehen werde.

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