
Hier die beiden Sparkassenräuber, die im Oktober 2009 die Sparkasse in Recklinghausen überfielen.
Vest (dug). Im Oktober und November berichteten wir von Überfällen auf Kreditinstitute im Vest. Nach immer gleichem Muster raubten die bewaffneten Täter Geld und entkamen unerkannt. Bei einem Banküberfall am 13. Oktober in Marl gelang es dann der Polizei den flüchtigen Täter in Gelsenkirchen festzunehmen. Er hatte sich nach der Tat mit einem Taxi zum Bahnhof fahren lassen, wo seine Flucht endete. Jetzt klickten die Handschellen auch für den Rest der Bande – sieben Personen aus Osteuropa wurden festgenommen.
Nach intensiven Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft konnten – wie jetzt von der Polizei mitgeteilt – bereits Ende letzten Jahres die sieben Täter in Bottrop festgenommen werden. Bei dem koordinierten Zugriff waren auch Spezialeinsatzkräfte beteiligt.
Vier der Festgenommenen standen kurz davor, ein Kreditinstitut in Düsseldorf zu überfallen. In einem Fahrzeug fanden die Beamten Utensilien, die zur Tatausführung benutzt werden sollten. Im Zuge der drei weiteren Festnahmen wurden bei Wohnungsdurchsuchungen zudem Beweismittel wie Tatkleidung, Schusswaffen und eine nicht geringe Menge Heroin sichergestellt. Daneben stellten die Ermittler drei Tatfahrzeuge sicher.
Wie ganz normale Kunden
Die Gauner stehen im Verdacht für insgesamt 12 Banküberfälle in verschiedenen Städten in NRW seit Mai 2009 verantwortlich zu sein. Begonnen hatte die Bankraubserie am 22. Mai 2009 in Wuppertal. Die Vorgehensweise war immer gleich. Ein bis zwei unmaskierte Täter betraten die Räume der Kreditinstitute, stellten sich wie normale Kunden am Schalter an und warteten bis sie „dran waren“. Oftmals unbemerkt von den Umstehenden bedrohten sie dann den Kassierer mit einer Schusswaffe und forderten die Herausgabe des Bargeldes. Anschließend flüchteten sie aus den Räumen.
Nach den ersten Überfällen gab es für die Ermittler zunächst keine Hinweise auf die Täter. Bei einem Banküberfall am 13. Oktober in Marl gelang es dann, den flüchtigen Räuber im Zuge der Fahndungsmaßnahmen in Gelsenkirchen festzunehmen. Er hatte sich nach der Tat mit einem Taxi zum Bahnhof fahren lassen, wo seine Flucht endete (auch hier berichtete das Sonntagsblatt).
Im Rahmen der folgenden intensiven Ermittlungen ergaben sich dann für die Spezialisten der Organisierten Kriminalität die Erkenntnisse, die zu den Festnahmen in Bottrop führten.
Die Überfälle im Einzelnen:
Wuppertal 22.05.2009
Herne 28.05.2009
Bottrop 02.06.2009
Mülheim 09.09.2009
Neuss 18.09.2009
Recklinghausen 01.10.2009
Gladbeck 07.10.2009
Kamp-Lintfort 09.10.2009
Marl 13.10.2009
Moers 02.11.2009
Herten 13.11.2009
Remscheid 17.11.2009
Auch nach dem Überfall in Remscheid konnten die Polizeibeamten zwei flüchtige Bankräuber stellen und festnehmen. Von der zehnköpfigen Gruppe, die die Taten verübte, befinden sich noch acht Personen in Untersuchungshaft. Die Beschuldigten im Alter von 22 bis 32 Jahren sind teilweise geständig und kommen aus Osteuropa. Sie hielten sich in Deutschland illegal auf und verfügten teilweise über gefälschte Ausweispapiere. Bei den verwendeten Schusswaffen handelt es sich um Gaspistolen.

