Recklinghausen (sl). Sicher, den Ruhrfestspielen wird 2010, wenn das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas ist, eine ganz besondere Bedeutung zukommen. Für Recklinghausen eine gute Gelegenheit, sich der internationalen Kulturszene vorzustellen und auch eine Chance, das wohl schönste Festpielhaus der Region im Ruhrgebiet bekannter zu machen. Aber auch ein Stadtteil, bei dem man nicht als erstes an Kultur denkt, wird im Kulturhauptstadtjahr ins Zentrum des Interesses rücken: Süd. Denn Recklinghausen-Süd liegt am Rehin-Herne-Kanal und der wird während des ganzen Jahres zum Kulturkanal.
Mit viel Engagement und freiwilligen Eigenleistungen arbeiten seit nunmehr zwei Jahren die zehn Anrainer-Kommunen des Rhein-Herne-Kanals daran, die künstliche Wasserstraße mit den Mitteln der Kunst und Kultur zu beleben. Der Oberbürgermeister der Stadt Herne, Horst Schiereck, hatte gemeinsam mit der Kulturdezernentin Gudrun Thierhoff zur Unterzeichnung der Verwaltungs-und Finanzierungsvereinbarung geladen. Kulturdezernenten und Repräsentanten aus Oberhausen, Essen, Bottrop, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Castrop-Rauxel, Waltrop und Datteln sicherten mit ihrer Unterschrift nicht nur die formale, sondern auch finanzielle Unterstützung zu. Eine Entscheidung zur Fortführung der Beteiligung der Stadt Duisburg an dem Verbundprojekt wird noch in diesem Jahr erwartet.
Bislang sind solche Verbundprojekte nur aus den Bereichen Wirtschaft und Umwelt bekannt. Daher ist in Hinblick auf das Kulturhauptstadtjahr der Zusammenschluss weg-und zukunftsweisend und bietet eine gute Ausgangssituation für eine über 2010 hinausgehende Kooperation.
Die Anrainerstädte mit Herne als treibender Kraft planen ein hochkarätiges und vielfältiges Kulturprogramm, das sich im Jahr 2010 mit monatlich gesetzten Schwerpunkten beschäftigen wird und in enger Abstimmung mit allen weiteren Projekten auf der Emscher-Insel entwickelt wird. Das Erlebnis „KulturKanal“ wird sich dem Besucher auf unterschiedlichen Wegen erschließen. Neben dem Fahrradnetz auf der Gesamtlänge des Kanals sind die vielfältigen Fahrtmöglichkeiten auf dem Wasser von besonderer Bedeutung. Bis zum Kulturhauptstadtjahr werden deshalb in Zusammenarbeit mit den Städten und dem Wasser-und Schifffahrtsamt neue dauerhafte Fahrgastschiffanleger geplant und durch den Einsatz von regelmäßig fahrenden Pendelschiffen weitere Standorte der Anrainerstädte miteinander verbunden.
Durch das Projekt „KulturKanal“ wird der Rhein-Herne-Kanal in seiner touristischen Infrastruktur verbessert und gleichzeitig als Freizeit-und Kulturraum bekannter werden – auch für Süd eine große Chance.

