Haltern. Was machen Menschen, die immer mal wieder Hilfe brauchen, nicht aber pflegebedürftig sind? Sie nutzen das neue Angebot des Caritasverbandes Haltern: Wäsche waschen und Glühbirnen auswechseln, Müll entsorgen oder zum Friedhof begleiten. Es ist eine immer größer werden Angebotslücke, erklärt Caritas-Geschäftsführer Willi Grave. „Mit haushaltsnahen Dienstleistungen möchten wir Menschen in der Führung ihres Haushaltes und im Alltag unterstützen, die alleine ihre persönliche Situation bzw. ihren Haushalt nicht mehr regeln können.“
In Zusammenarbeit mit der Jugendwerkstatt verfolgt der Caritasverband aber auch ein zweites Ziel: Es sollen Arbeitsplätze für Menschen geschaffen werden, die mit Handicaps auf dem Arbeitsmarkt einen schweren Stand haben.
Die Kombination arbeitsmarktpolitischer Instrumente und die Möglichkeiten von Minijobs oder Kombilohnmodellen bietet die Chance, neue Arbeitsplätze bei der Caritas (derzeit 163 Mitarbeiter) zu schaffen.
Zehn Plätze könnten das werden, so schätzt Grave, 40 bis 50 „Kunden“ sieht er in Haltern. Es sind oft ältere Menschen, deren körperliche und manchmal auch geistige Fähigkeiten nachgelassen haben. Sie brauchen zunächst keine medizinische Pflege, sondern Hilfe im Alltag.
In Zusammenarbeit mit dem katholischen Bildungswerk Ahaus entwickelte die Caritas ein entsprechendes Qualifizierungskonzept. Die neuen Mitarbeiter nutzen die Infrastruktur der Caritas und deren Erfahrung im Umgang mit älteren Menschen. Schließlich hat man einen eigenen ambulanten Pflegedienst. Leiterin der neuen haushaltsnahen Dienstleistungen wird Mathilde Mühlenbäumer sein.
Damit das neue Angebot genau den Wünschen des Leistungsempfängers entspricht, wird in einem persönlichen Gespräch ein passgenaues Angebot entwickelt (Kontaktaufnahme unter Tel. 02364/109024).
Mit dieser Individualisierung will sich die Caritas absetzen von vielen Anbietern, die in den verschiedensten Bereichen ebenfalls Hilfen anbieten. Die Preise seien günstig, ist Willi Grave zufrieden: Die Viertelstunde kostet 2,50 Euro, dazu kommt eine Anfahrpauschale von 2,50 Euro. Für den Auftraggeber gibt es noch einen Vorteil: Die haushaltsnahe Dienstleistung kann steuerlich geltend gemacht werden.

