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Die China-Pläne liegen weiter im Dunkeln

FOTO: MEngedoht

Marl (eib). Der Ratssaal reichte nicht aus, so viele Besucher (mehr als 300) hatte noch nie eine Bürgerversammlung in Marl: Endlich sollten alle Fragen rund um das geplante Chinesische Groß-und Außenhandelszentrum in Drewer-Süd beantwortet werden. Nach mehr als zwei Stunden war klar: In den entscheidenden Punkten gab es keine Aussagen – dazu wisse die Verwaltung auch nichts.

Noch einmal präsentierten Bürgermeisterin Uta Heinrich, Wirtschaftsförderer Dr. Manfred Gehrke und Baudezernent Wolfgang Seckler, was die Medien bereits ausführlich berichtet hatten: Wie die Kontakte entstanden, was bisher gelaufen ist, wo und wie gebaut werden kann und welche Chancen sich für die Stadt dadurch ergeben.

Dutzende von Fragen ergaben nur marginal neue Erkenntnisse: Der Grundstückspreis für das erste Stück (2 ha) aus städtischem Besitz liegt bei 20 bis 25 Euro (entspricht 400.000 bis 500.000 Euro), weder im Gewerbegebiet Frentrop noch im Industriegebiet Dorsten-Marl ist eine ausreichend große Fläche verfügbar, die Chinesen wollen am 8. August (Beginn der Olympischen Spiele) schon etwas Repräsentatives sehen, Korruptionszahlungen hat es nicht gegeben.

Manche Frage war provozierend, keine Antwort war aufregend. Immer wenn es spannend wurde, musste die Verwaltung passen: Darüber wisse sie nichts. Die (höchstens) dreigeschossige Bebauung längs der Herzlia Allee ist kein Problem. Aber was ist mit den 4 ha dahinter? Wie sehen die Gebäude aus? Wie hoch werden sie? Die Chinesen hätten noch keine Pläne vorgelegt, so die Verwaltung. Aber hohe Gebäude wolle man nicht zulassen. Das Luxus-Hotel sei erst einmal zurückgestellt, höchstens ein Hochhaus könne man sich vorstellen. Von Perspektiven und Blickwinkeln war die Rede. Und immer wieder: Es gebe keine Pläne. Auch über einen möglichen Wohnort der 200 Manager habe man bislang nicht geredet.

Die positiven Perspektiven gibt es, so die Bürgermeisterin. Konkretes gibt es nicht, nur Vermutungen und feste Überzeugungen. Steuern fallen in Marl an – aber wie viele? 600 direkte Arbeitsplätze für Deutsche werden entstehen – so die Hochrechnung der Verwaltung. Aber brauchen wir dafür nicht auch eine verbesserte Ost-West-Autoverbindung?

Auch die entscheidende Frage blieb offen: Warum wollen die Chinesen so schnell den Grundstein für den ersten Bauabschnitt legen? Es wird noch Jahre dauern, bis der zweite gebaut werden kann – wenn dem keine Hindernisse in den Weg gelegt werden. Was macht die Chinesen so sicher, dass alles klappt? Darauf hatte die Verwaltung keine Antwort.

Dafür wusste sie schon, wie das erste Gebäude aussehen soll: Keineswegs mit chinesischen Bezügen, sondern klar und modern. „Marl-Standard“ warf ein Zuhörer dazwischen.

Wie geht es weiter? Die Verwaltung erstellt eine Informationsbroschüre und kündigte weitere Bürgerversammlungen an.

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