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Der Kreis bleibt auf den Kosten sitzen

Vest. Ursprünglich verband sie die gleiche Leidenschaft: Der frühere Landrat Jochen Welt und sein Sicherheitsbeauftragter im Kreishaus, Michael K., bildeten sich als Heilpraktiker fort. Am Ende stand der Streit um die Sinnhaftigkeit. Und die Frage, wer die Kosten für Fahrten, Geräte, Bücher und Ausbildung trägt.

Jetzt hat Michael K. erneut einen Rechtsstreit mit seinem früheren Arbeitgeber gewonnen. Der Kreis wollte 30.000 Euro Schadensersatz haben für die Anschaffung von diversen Geräten, die offenbar „Hokuspokus“ waren. Doch er scheiterte vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen.

Nicht, dass die Anschaffung dem Gericht nicht auch seltsam vorkam. Allerdings hatte der damalige Chef Jochen Welt die Anschaffung jahrelang geduldet. So standen in den Büros „Lichtkörper-Transformatoren“ – bisweilen landeten sie aber auch nur im Schrank, damit keiner sie sah.

Immerhin waren die Anschaffungen akzeptiert und geduldet worden, das wollte das Gericht nicht im Nachhinein sanktionieren.

Im März war der frühere Sicherheitsbeauftragte bereits vom Recklinghäuser Amtsgericht von allen Betrugs-Vorwürfen freigesprochen worden, man habe keinerlei Straftaten feststellen können. Damals hatte er sich Fortbildungsmaßnahmen genehmigen lassen, die die Kreisverwaltung später als Fahrten zu seiner Geliebten wertete. Sie schmiss ihn raus und erstattete Strafanzeige. Seit Jahren ist Michael K. als arbeitsunfähig krankgeschrieben.

Vor dem Verwaltungsgericht wurde nun auch gleich noch ein Streit um Handykosten beigelegt: Michael K. übernimmt ein Viertel der 4000 Euro, der Kreis den Rest.

Die bisherige Bilanz für den Ex-Landrat: Im Mai 2011 akzeptierte er im Zuge der Abrechnungsaffäre eine Geldauflage von 3000 Euro. Im Streit um Buchkosten (für die Weiterbildung als Heilpraktiker) übernahm er die Hälfte der Kosten von 600 Euro. Im Streit um die Aufstockung seiner Versorgungsbezüge (nach seinem Ausscheiden 2009) versagte ihm der Kreistag eine Erhöhung und Welt verzichtete auf einen Rechtsstreit.

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