Dorsten. Das Schwarze ist schon in der Ferne zu sehen: 2016 soll die Stadt Dorsten erstmals wieder eine kleines Plus erwirtschaften: 440 000 Euro. Das jedenfalls sieht der aktuelle Sanierungsplan vor, der die Entwicklung der Stadtfinanzen bis 2021 skizziert.
Dorsten schafft den Ausgleich – „aber nur knapp“, warnten Bürgermeister Lambert Lütkenhorst und Kämmerer Hubert Große-Ruiken die Politiker. Noch geht man davon aus, dass keine weiteren Steuererhöhungen nötig sind. Vorausgesetzt, dass die Schuldenbeihilfe des Landes tatsächlich von 3,1 auf 7,1 Millionen Euro erhöht wird.
Falls nicht, dann greift ein „Reservebeschluss“: Die Grundsteuer A (landwirtschaftliche Flächen) wird von 450 auf 470 Prozent erhöht, die Grundsteuer B (Gewerbe- und Bauflächen) von 780 auf 825, die Gewerbesteuer von 495 auf 500 Prozent.
Bleibt die Frage, ob nicht doch noch ein kleiner Spielraum übrig ist. Zum Beispiel bei der Frage des Hallenbades Wulfen. Hier soll ein Trägerverein einspringen, wenn der städtische Zuschuss auf 100.000 Euro halbiert wird. Was ist, wenn der Verein das nicht ganz schafft?
Auch an anderer Stelle soll über den Sinn eines konsequenten Sparens nachgedacht werden. Beispiel des Bürgermeisters: Wenn wegen Personaleinsparungen der städtische Radarwagen für ein Jahr in der Garage steht, mache das keinen Sinn.
Manche Politiker sehen die städtische Lage bildlich: Aus einem schlanken Management dürfe keine Magersucht werden (SPD) und es bringe nichts, einen Gaul über die Hürden zu tragen – und dann bricht er zusammen (FDP).

