Meilenstein für GET H2 Nukleus: Im Chemiepark Marl wird der Wasserstoff eingesetzt

Bild: Bei einem Treffen in Lingen wurde jetzt symbolisch der Wasserstoff auf die Reise geschickt von (Foto v.l.) Dennis Hoeveler, Bereichsleiter Technik bei Nowega, Thomas Hüwener, CEO von OGE, Thomas Basten, CEO von SYNEQT, Nikolaus Valerius, CEO RWE Generation, und Andreas Kuhlmann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Wasserstoffverbandes.
Lingen / Marl. Der erste Elektrolyse-Wasserstoff aus dem niedersächsischen Lingen hat jetzt Marl über ein 120 km langes Leitungsnetz erreicht. Damit arbeiten alle Bausteine des integrierten Wasserstoffprojektes GET H2 Nukleus im Verbund erfolgreich zusammen.
Im Zuge des laufenden Inbetriebnahmeprozesses für zwei 100-Megawatt-Elektrolyseanlagen von RWE in Lingen werden erste Mengen erneuerbaren Wasserstoffs nach EU-Regeln erzeugt. Diese fließen über ein rund 120 Kilometer langes Leitungsnetz der Fernleitungsnetzbetreiber Nowega und OGE sowie der Evonik-Tochter SYNEQT zum Chemiepark Marl der Evonik. Dort wird der Wasserstoff eingesetzt.
Teile des GET H2 Nukleus werden vom Bund sowie von den Ländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen im Rahmen des IPCEI-Programms (Important Projects of Common European Interest) Hy2Infra gefördert. Die Leitungen gehören zu den ersten Teilen des Wasserstoff-Kernnetzes, das bundesweit Stück für Stück aufgebaut wird.
„Mit dem GET H2 Nukleus gehen unsere ersten Wasserstoffleitungen in den Netzbetrieb. Das ist ein wichtiger Schritt für den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft in der Region und in Deutschland“, sagt Thomas Hüwener, CEO von OGE. „Zugleich schaffen wir mit dem Projekt wichtige Grundlagen für das zukünftige Marktdesign und erproben zentrale Prozesse wie Netzzugang, Kapazitätsbuchung und Bilanzierung im realen Betrieb.“
Bild: Die Bausteine des GET H2 Nukleus in der Übersicht.
Nikolaus Valerius, CEO der RWE Generation SE: „Dass zertifiziert erneuerbarer Wasserstoff aus Lingen über Leitungen Marl erreicht, zeigt: Das Zusammenspiel von Elektrolyse, Transportinfrastruktur und Abnahme funktioniert. In Richtung vollständige Inbetriebnahme unserer Elektrolyseure geht es jetzt zügig weiter. In den nächsten Monaten bereiten wir die Anlagen auf den kommerziellen Betrieb vor.“
Neue Leitung von Dorsten nach Marl in Planung
„Unsere Beharrlichkeit zahlt sich aus. Mit dem gemeinschaftlich durchgeführten Projekt öffnen wir nun die Tür noch weiter zu einem nachhaltigen Wandel und zu einer zukunftsorientierten Weiterentwicklung des Chemieparks. Hier in Marl angekommen, lässt sich der Wasserstoff direkt für den Bedarf der Industrie nutzen. Zugleich stärkt die Verfügbarkeit die Attraktivität des Standortes für neue Ansiedlungen“, sagt Thomas Basten, Vorsitzender der Geschäftsführung von SYNEQT. „Die langjährige Zusammenarbeit aller Partner hat das möglich gemacht. Wir haben Erfahrung, Wissen und Können gebündelt und damit den Grundstein für den erforderlichen Wasserstoffhochlauf gelegt.“
Weitere Leitungsprojekte, die an den GET H2 Nukleus anknüpfen, sind bereits fertiggestellt oder in Umsetzung. Hierzu zählt die Ende 2025 von OGE und Nowega fertiggestellte 10 Kilometer lange Neubauleitung von Heek nach Epe zur Anbindung des Wasserstoffspeichers. RWE Gas Storage West startet hier Ende 2026 mit der Befüllung des ersten kommerziellen Kavernenspeichers für Wasserstoff in Europa, der Mitte 2027 in Betrieb gehen will. Um weitere Industriekunden anzubinden, wird ebenfalls von OGE und Nowega bis 2027 eine bestehende Leitung von Legden nach Dorsten auf Wasserstoff umgestellt und eine Leitung von Dorsten nach Marl neu gebaut. Bereits fertiggestellt ist zudem eine Leitung, mit der die SYNEQT den Chemiepark Marl und die Raffinerie in Gelsenkirchen-Scholven verbindet.

