
Bild: Sie bekommen Ende März neue Besitzer: Die Grimme-Trophäen.
Marl. Das globale und politische Zeitgeschehen bestimmt noch stärker als in den Vorjahren das Programm des deutschen Fernsehens. Zu diesem Schluss kommt das Grimme-Institut bei der Bekanntgabe der Nominierungen für den 51. Grimme-Preis.
„Der Bürgerkrieg in Syrien und die Lage im Nahen Osten und der arabischen Welt haben vor allem die Informations-und Dokumentationsprogramme des Fernsehjahrs 2014 nachhaltig geprägt. Auffallend ist, dass sich die Thematik teilweise bis in die Unterhaltungs-und Kabarettformate durchzieht“, sagte Grimme-Direktorin Frauke Gerlach.
Aus den 700 von den Nominierungskommissionen gesichteten Vorschlägen können sich 62 Produktionen Hoffnung auf eine Auszeichnung in Marl machen.
Im Wettbewerbskontingent Fiktion sind 20 TV-Produktionen nominiert. Dabei liegen Krimistoffe und historische Ereignisse wie der Mauerfall 1989 „Bornholmer Straße“, die „Spiegel-Affäre“ oder die Konfrontation von Opfern und Tätern des NS-Regimes („Das Zeugenhaus“) weiter hoch im Kurs.
Im Bereich „Serien und Mehrteiler“ hat die Nominierungskommission das Integrations-Mockumentary „Endlich Deutsch“, die fiktive Aufarbeitung der Pleite der Drogeriekette Schlecker („Alles muss raus – eine Familie rechnet ab“) sowie den historischen deutsch-deutschen Dreiteiler „Tannbach“ vorgeschlagen.
Im Bereich Information & Kultur wurden ebenfalls 20 Produktionen benannt. Darunter „Sterben für Allah“, „Die Kinder von Aleppo“, „Leaving Greece – Fluchtpunkt Griechenland“, „Das Mädchen – was geschah mit Elisabeth K.“. An Serien und Mehrteilern sind u.a. „Akte D“, „Die Ostdeutschen“ und „Verschwörung gegen die Freiheit“ nominiert. Für Sonderpreise sind die Redaktion von „Hier und Heute“ für innovative Regionalberichterstattung, die ZDF-Produktion „Terra X – Deutschland von unten“ sowie die Autorin Beate Greindl für ihre langjährigen Recherchen im Sektenmilieu (u.a. „Menschen hautnah – Sektenkinder“) vorgeschlagen.
Nicht vollständig ausgeschöpft wurde das Kontingent im Bereich Unterhaltung. Hier nominierte die Kommission u.a. das Mockumentary „Fraktus“, „Auf 3 Sofas durch“, „Habe die Ehre“, „Das TalkGespräch-mit Olli Dittrich“, „Soulkitchen – Die Geschichte eines Abends“, „Sing my Song – Das Tauschkonzert“ sowie den „Tatortreiniger“. Hoffnung auf Spezialpreise können sich die Autoren und Künstler der ZDF-Kabarettreihe „Die Anstalt“ für die Sendung vom 18. November 2014 zur Flüchtlingsproblematik sowie Stefan Raab für das Intro zum Bundesvision Song Contest machen.
Die Preisverleihung findet am 27. März im Theater Marl statt.

