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„Scheiß auf die Kohle, weg hier“

Haltern/Datteln. Er habe die Waffe in Hüfthöhe gehalten, erklärt Mladen P., und nicht absichtlich den Abzug getätigt. Mladen P. ist einer der drei Angeklagten um den gewaltsamen Tod des Seehof-Chefs Klaus Kandaouroff (80). In dieser Woche ließ Mladen P. ein umfangreiches Geständnis vorlesen. Er war wohl der Initiator des Überfalls (das Sonntagsblatt berichtete).

Es sei ausschließlich um Geld und Schmuck gegangen, so Mladen P., der nach der Tat seine Stelle als Kellner in Haltern aufgab. Die Waffe habe er mitgenommen, weil er vermutete, dass Kandaouroff einen Wachhund habe. „Ich wollte nichts riskieren.“

Am Tatabend schlüpften Mladen P. und Michael M. knapp hinter dem Hotelier in dessen Haus in Datteln. Als sich P. nach M. umdrehte, habe sich der Schuss gelöst. „Ich blieb eine gefühlte Ewigkeit stehen und überlegte, was nun zu tun sei.“ Die beiden Männer flüchteten zu Fuß. Erst später traf Mladen P. wieder auf Volker H., der eigentlich den Fluchtwagen steuern sollte. Nach der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ bekam die Polizei den entscheidenden Tipp.

Auch der Überfall in Bochum im Jahr 2006 scheint von Mladen P. organisiert worden zu sein. Das damalige Opfer Gertrud K. (77) erkannte ihn wieder als den Kellner, den sie 1994/95 in einem Restaurant erlebt hatte. Beim Überfall auf sie wurden 105.000 Euro erbeutet, eine Hausratsversicherung hatte das Opfer nicht. Mladen P. soll damals nicht nur Geld und Schmuck, sondern auch ein Küchenmesser verlangt haben. Damit zerschnitt er das Bettlaken, mit der dann die Frau fesselte. Sie erfuhr aus der Zeitung, dass „ihr“ Kellner sich offenbar überfallen hatte. DNA-Spuren an einer Sturmmaske überführten ihn.

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