
Recklinghausen. Der Zirkus kommt, und zwar in die Festspielstadt und macht das Kulturprogramm um eine Attraktion reicher. Bereits zum siebenten Mal gastiert auf dem Konrad-Adenauer Platz Circus Roncalli und es gibt ein Jubiläum. Der Circus feiert sein 35-jähriges Bestehen. „Ein biblisches Alter in unserem Metier“, sagt Zirkusdirektor Bernhard Paul. Und dann gerät er ins Schwärmen. Inspiriert von seinen Kindheitserinnerungen wird es schwarz-weiße Pferde und ebensolche Radfahrer geben. Bernhard Paul ist in Lilienfeld (Österreich) aufgewachsen. Ein Ort mit Porzellanfabrik. Und Paul weiß zu erzählen wie jeden Tag um Punkt 12 Uhr die Pausensirene gleichzeitig mit der Kirchturmglocke ertönte und kurz darauf viele vom Porzellanstaub weiße Arbeiter an ihm vorbeirradelten. Das gleiche Erlebnis hatte er mit schwarzen Maschinisten. Von diesem Bild ist das neue Programm geprägt. „Es wird dennoch bunt“, verrät der Zirkusgründer.
Bereits am 21. Februar rollen die nostalgischen Wagen auf den Platz. Ab dem 1. März beginnen die Proben und dann stehen internationale Künstler vom 10. Bis zum 27. März unter der Zirkuskuppe.
Unermüdlich ist der Zirkusdirektor in der Welt unterwegs und spürt Künstler für seinen Zirkus auf. Verpflichtet hat er den ungarischen Pferdepapst Florian Richter. Mit ihm kommen edle Araber und Friesen in die Manege. Bei Andrej Romanovky können die Zuschauer zweifeln, ob der Mensch tatsächlich Knochen hat.
Neu bei Roncalli sind die Azzario Sisters. Sie präsentieren eine Kopf-auf Kopf-Balance. Natürlich darf Starclown David Larible nicht fehlen.
Traumhaft schöne Kostüme und liebevoll arrangierte Live-Musik von Orchesterchef Georg Pommer runden die zauberhafte Roncalli-Welt ab.
„Exotik und Erotik mit viel Phantasie“, das sind für Bernhard Paul die Säulen des „Theaters fürs Volk, in dem sich das Kind neben den Intellektuellen setzt und beide ihren Spaß haben.“

