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Naturschützer als Brandstifter

Haltern/Hullern (rk). Dichte, hellgraue Rauchwolken steigen empor und ziehen gegen Himmel. Die Heide brennt! Doch das ist kein Grund, die Feuerwehr zu rufen, denn die ist schon vor Ort: Sieben Mitglieder des Natur-und Vogelschutzvereins Haltern und Umgebung e. V. und sieben Männer der Freiwilligen Feuerwehr Hullern haben den Brand selber gelegt.

Im Auftrag des Vestischen Umweltzentrums wird die Westruper Heide kontrolliert abgebrannt. „Damit gehen wir gegen die überalterte Heide vor, damit die junge nachsprießen kann. Dafür ist das Abbrennen das richtige Vorgehen“, erklärt Friedhelm Kokoska, Vorsitzender des Natur-und Vogelschutzvereins. Abgeflämmt wird schon seit mehreren Jahren als Pflegemaßnahme zur Verjüngung der Heide.

Tierliebhaber brauchen keine Angst zu haben: Die Arbeiten geschehen zu einem Zeitpunkt, wenn die Heidetiere wie Zauneidechse oder Schlingnatter noch sicher vor dem Feuer unter der Erde verweilen. „Anfangs hatten wir fast Ostwind, das war genau die Richtung, die wir brauchten. Es hätte ein bis zwei Windstärken höher sein können.“ An zwei Stellen sei die „Brandpatsche“ eingesetzt worden, um das Feuer nicht auf eine andere als die vorgesehene Fläche überspringen zu lassen. „Schwierigkeiten machte der drehende Wind am Ende der Aktion.“

Schließlich waren rund 3,5 Hektar Heidefläche von großen verkohlten Stücken übersät, und ein Imbiss wartete nach gut dreistündiger Arbeit auf die Helfer. „Das war eine gelungene Aktion. Der größte Teil der überalterten Heide ist weg“, so Friedhelm Kokoska, der eine weitere Heideabbrennaktion ankündigte. „Die ist ganz kurzfristig, da sehr wetterabhängig.“ Denn Frost, eine niedrige Luftfeuchte und Nordostwind seien die wichtigsten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Flämmen.

Der bisherige Winter hat starke Spuren auch in der Heide hinterlassen. „Der Schnee hat erheblichen Schaden bei den Kiefern und den Wacholderbüschen angerichtet. Da wartet noch viel Arbeit auf uns.“

Und auch sonst bleibt noch allerhand zu tun: In drei Wochen, am Samstag, 26. Februar, ist eine weitere Aktion in der Westruper Heide angesetzt, die um 9 Uhr beginnt: „Dann werden Kiefern gezogen. Es darf jedoch nicht gefroren haben. Wer teilnehmen möchte, kann gerne kommen“, lädt Kokoska ein. Der Treffpunkt ist rund 30 Meter hinter dem Hullerner Kreuz Richtung Flaesheim.

Auch in der Mühlbachaue waren mehrere Mitglieder des Natur-und Vogelschutzvereins Haltern aktiv. Dort wurden Eschen entfernt. An den Tagen zuvor hatte die Firma Bennemann entlang des Hellwegs Kopfweiden geschnitten. Da muss von uns noch nachgearbeitet werden.“

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