
Oer-Erkenschwick. Die Einbruchsserie in der Stimbergstadt reißt nicht ab. Immer wieder müssen Geschäftsleute am Morgen feststellen, dass in der Nacht dunkle Gestalten ihr Unwesen getrieben haben. Für die Gewerbetreibenden ist dieses „Treiben“ teilweise existenzbedrohlich. Wie für Dieter Meyer. Er betreibt einen Reifen-und Autoservice. Bei ihm ist schon zweimal eingebrochen worden. „Und das mit schwerem Gerät.“ Noch einen Einbruch überlebt sein Betrieb nicht, das steht für Meyer fest. Doch nicht der Ruf nach mehr Polizei ist sein Thema, sondern, dass in Erkenschwick ein Sicherheitsdienst eingerichtet wird. „Der muss dann von uns Gewerbetreibenden finanziert werden. Insofern wäre es gut, wenn sich viele Geschäftsleute daran beteiligen. Dann ist es für den einzelnen günstiger.“ Für ihn steht fest, dass alle Betroffenen die Sicherheitstechnik aufgerüstet haben, doch das allein reicht nicht aus, die Täter von ihrem Tun abzuhalten.
Das Thema Polizeipräsenz in der Stimbergstadt hat nun auch die Genossen auf den Plan gerufen. In einem offenen Brief an den Landesinnenminister Ralf Jäger macht SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Schild deutlich, dass die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Oer-Erkenschwick um die Sicherheit der Stadt besorgt ist. „Im Jahre 2002 wurde durch organisatorische Maßnahmen des Innenministeriums die Reiterstaffel der Polizei, die u. a. auch in Oer-Erkenschwick ansässig war, aufgelöst. Hierdurch konnten große Naherholungsgebiete in Oer-Erkenschwick und Umgebung, Haard und Naturpark Hohe Mark, auch nicht mehr effektiv überwacht werden. Das Sicherheitsgefühl sowohl der Besucher als auch der Anwohner in den ländlichen Bereichen hat hier sehr gelitten.“
Schild weist weiter darauf hin, dass die Wache zu einer Präsenzwache umgewandelt wurde, was zur Folge hatte, dass in der Nacht nur zwei Streifenwagen für die Städte Datteln, Waltrop und Oer-Erkenschwick, insgesamt ca. 100.000 Einwohner, zur Verfügung stehen. „Diese Reglung ist nach meinen Feststellungen auch bei der jetzt erfolgten Änderung der Öffnungszeiten der Präzenswache nicht geändert worden.“
Zum 1. Oktober seien die Öffnungszeiten der Polizeiwache Oer-Erkenschwick erneut eingeschränkt worden. „Ich bitte Sie, sich dafür einzusetzen, dass die Verkürzung der Öffnungszeiten der Präzenswache Oer-Erkenschwick dafür genutzt wird, dass in den Städten Datteln, Waltrop und Oer-Erkenschwick jeweils ein Streifenwagen nachts eingesetzt wird. Dieses würde neben den städtischen Maßnahmen das Sicherheitsgefühl unserer Bürgerinnen und Bürger erhöhen“, schließt Schild seinen Brief.
Inzwischen hat auch Bürgermeister Achim Menge ein Schreiben an den Innenminister gerichtet. Im Rathaus wartet man nun stündlich auf die Antwort.

