
Vest. Es gibt einen Rekord-Winter! Das steht schon jetzt fest. Vielleicht ist es nicht der Rekord an Schnee und Kälte. Aber es ist die Rekord an Salz, den die Städte in diesem Jahr einlagern, um auf jede Eventualität vorbereitet zu sein.
Der letzte Winter war so gar nicht geplant. Er war lang und hart. Schon schnell brachte er die Betriebshöfe der Städte ins Schwitzen. Es war viel zu wenig Salz da. Nämlich nur so viel, wie die Erfahrungen der letzten Jahre gelehrt hatten.
Wenn es in diesem Winter wieder so hart werden sollte, sind die Städte vorbereitet. Die Lagermengen werden vervielfacht. Bis an die Kapazitätsgrenzen, heißt es in Dorsten. Bis an die Grenzen der Physik, so Haltern. Marl setzt auf ein neues System und versprüht „Feuchtsalz“. Organisatorisch muss keine Stadt aufrüsten, weil die Bürger rundweg zufrieden mit dem Winterdienst ihrer Städte waren.
Marl verstreute 700 Tonnen Salz letzten Winter, zwei Jahre zuvor war man noch mit 80 Tonnen ausgekommen. Auf dem neuen Zentralen Betriebshof (ZBH) stehen jetzt zwei Silos, die je 200 bis 220 Tonnen fassen und demnächst bis oben befüllt werden. Neu ist die Verteilung des Salze, dem auf dem Streuteller noch Feuchtigkeit zugegeben wird. Das sorgt für eine bessere Verteilung und 10 bis 20 Prozent weniger Salz – hofft der ZBH-Chef Horst Fährmann.
Dorsten hatte im letzten Jahr 300 Tonnen Salz eingelagert und musste noch 900 Tonnen nachkaufen. Diesmal werden 600 Tonnen vorab gekauft – mehr Platz hat die Stadt nicht. Kritik musste die Stadt für ihren Winterdienst nicht einstecken, so Pressesprecherin Lisa Bauckhorn.
Haltern kann zwischen 80 und 100 Tonnen Salz lagern, mehr Kapazität gibt es nicht. Ein größerer Berg würde auch Probleme machen, so Stadt-Pressesprecher Georg Bockey: Feuchtigkeit lässt das Salz verklumpen. Im letzten Winter verbrauchte die Stadt insgesamt 500 Tonnen.
Herten sieht sich gut aufgestellt. Derzeit hat man 500 Tonnen Streusalz auf Lager, kann aber bei Mehrbedarf kurzfristig 200 Tonnen auf Abruf ordern. Im letzten Winter wurden 480 Tonnen verbraucht. Da man unter normalen Witterungsumständen nur rund 250 Tonnen benötigt, habe man derzeit „mehr als das Doppelte“ zur Verfügung.
Auch aus Recklinghausen heißt es: „Der Winter kann kommen“. Rund 850 Tonnen lagern derzeit in den Speichern, bei Bedarf könne kurzfristig nachgeordert werden.

